Das sind unsere Kooperationspartner
Ausgefragt: Jolina Seide vom Internationalen Bund (IB)
Im Aktiv-Treff Hohenstücken in Brandenburg an der Havel steht Begegnung im Mittelpunkt: Die Koordinatorin Jolina Seide vernetzt Akteure im Stadtteil, entwickelt Angebote für Jung und Alt und bringt Generationen an einen Tisch, vom Digital-Café bis zur „Brücke der Generationen“. Mit kreativen Projekten wie dem Graffiti am Wohnblock, viel persönlichem Engagement und einem offenen Ohr für die Menschen vor Ort trägt sie dazu bei, dass aus Nachbarschaft ein starkes, solidarisches Miteinander entsteht. Welche Ideen und persönlichen Geschichten dahinterstecken, erzählt sie ausführlich im Interview.
Vielfältige Gemeinschaft mit echten Begegnungen
Wenn mich jemand fragt, was ich als Koordinatorin im Aktiv-Treff Hohenstücken mache, sage ich: Ich bringe Menschen zusammen. Ein großer Teil meiner Arbeit besteht darin, mich im Quartier zu vernetzen und mit unterschiedlichen Akteuren zu kooperieren, um Menschen jeden Alters, jeden Geschlechts und jeder Herkunft eine gute Zeit und echte Begegnungen zu ermöglichen.
Mir ist wichtig, die Bedarfe der Menschen im Stadtteil wahrzunehmen. Dafür bin ich viel im Gespräch und entwickle daraus passende Angebote und Thementage.
Als meine Hauptaufgabe sehe ich es, die Generationen an einen Tisch zu bringen. Ich bin überzeugt davon, dass sie enorm voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen können. Mit Angeboten wie dem Digital-Café, in dem Schüler Senioren bei Technikfragen helfen oder unser wöchentlicher Programmpunkt „Brücke der Generationen“, bei den Senioren und Vorschulkinder gemeinsam spielen, setzen wir diese Idee ganz konkret um.
Das Tolle daran, Koordinatorin im Aktiv-Treff Hohenstücken zu sein, ist für mich…, dass ich erlebe, wie Begegnungen entstehen, die wirklich etwas bewegen. Ich lerne viele neue Menschen kennen und entdecke dabei meine Heimatstadt Brandenburg an der Havel immer wieder neu. Besonders beeindruckt mich, wie viele großartige Angebote, Stiftungen, Vereine und engagierte Akteure es bereits gibt und mit wie viel Herzblut sich Menschen für andere einsetzen. Durch meine Arbeit bekomme ich Einblicke in dieses vielfältige Engagement und kann dazu beitragen, Verbindungen herzustellen und gemeinsame Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Zu wissen, dass ich Räume schaffen darf, in denen sich Menschen willkommen fühlen, gegenseitig unterstützen und gemeinsam Zeit verbringen, macht diese Aufgabe für mich bedeutsam.
Es erfüllt mich zu sehen, wie aus Kontakten Gemeinschaft entsteht, wie Generationen zusammenfinden und voneinander lernen.
Quartiersarbeit im Herzen der Platte
Zum Aktiv-Treff Hohenstücken kam ich…, nachdem ich nach meinem FSJ beim IB in der Kita geblieben bin und dort mein duales Studium in Sozialpädagogik, Management und Coaching begonnen habe. In dieser Zeit habe ich mich fachlich und persönlich sehr wohlgefühlt. Da der IB und die TAG bereits seit einigen Jahren eng kooperieren, ergab sich nach meinem zweiten Studienjahr die Möglichkeit, die Koordination für den Aktiv-Treff zu übernehmen. Ich bin nun seit Januar 2025 als Koordinatorin im Aktiv-Treff Hohenstücken tätig.
An dem Quartier, in dem der Aktiv-Treff ist, gefällt mir besonders…, dass hier wirklich Leben stattfindet. In Hohenstücken kommen Menschen aller Altersgruppen und Nationalitäten ganz selbstverständlich zusammen. Der Aktiv-Treff selbst liegt mitten im Herzen der Platte, in einem ganz normalen Wohnhaus. Diese Wohnung vermittelt das Gefühl, jemanden zu besuchen, bei dem man gerne vorbeischaut, auch einfach nur auf einen Kaffee. Genau das macht den Treff so niedrigschwellig, nahbar und heimelig.
Gemeinschaftliche Projekte
Mit dem TAG-Team verbindet mich bzw. unser Team vor allem…, dass wir regelmäßig im Austausch sind und ein starkes gegenseitiges Vertrauen besteht. Ich weiß, dass ich jederzeit einen Ansprechpartner habe und dass Ideen schnell umgesetzt werden können. Besonders schön ist auch unsere gemeinsame Tradition, das jährliche Kürbisfest, das wir gemeinsam planen und in Kooperation veranstalten. Solche Projekte machen die Zusammenarbeit lebendig und zeigen, wie gut wir als Team zusammenarbeiten.
Mein schönstes Erlebnis bzw. Projekt im Aktiv-Treff war… definitiv das Graffiti-Projekt im Sommer 2025. Wir haben dabei Menschen aus ganz unterschiedlichen Altersgruppen erreicht, die bei 36 Grad im Hochsommer voller Freude und Motivation mitgemacht haben, um eine gute Zeit zu haben und unseren Wohnblock zu verschönern. Viele Passanten blieben stehen, haben selbst mal mitgesprayt, sich gefreut und sind so ganz unkompliziert ins Gespräch gekommen. Dieses Projekt hat mir gezeigt, wie wichtig es ist, wieder mehr solcher Knotenpunkte zu schaffen, die Menschen anregen, miteinander in den Austausch zu treten.
Herausforderungen für die Zukunft
Unser derzeit größtes Projekt und zugleich eine große Herausforderung ist…, den Stadtteil äußerlich zu verschönern. Im vergangenen Sommer haben wir mit den Giebelseiten unseres Wohnblocks begonnen. Das Projekt wurde so freudig von den Anwohnern begleitet und aufgenommen, dass ich mir wünschen würde, es weiter auszubauen. Besonders wichtig ist mir dabei, noch mehr Menschen, vor allem Jugendliche, für solche Aktionen zu erreichen und sie aktiv einzubeziehen.
Im Quartier Hohenstücken wünsche ich mir für die Zukunft…, dass die bestehenden Angebote und Netzwerke weiter gestärkt und noch besser miteinander verknüpft werden. Ich wünsche mir, dass Begegnungen weiterhin gefördert werden und Menschen sich gesehen fühlen, ins Gespräch kommen und sich aktiv einbringen können. Besonders wichtig ist mir, dass der generationsübergreifende Austausch weiter wächst und ganz selbstverständlich zum Alltag im Quartier gehört. Wenn Jung und Alt sich gegenseitig unterstützen, voneinander lernen und gemeinsam Zeit verbringen, kann ein starkes, solidarisches Miteinander entstehen.
An einem freien Tag …
… bin ich am liebsten mit meiner Familie und meinen Freunden unterwegs. Wir machen gerne kleine Ausflüge, entdecken neue Orte und genießen einfach die Zeit zusammen. Ich liebe es auch, auf Konzerte oder in Musicals zu gehen, um Neues mitzuerleben und schöne Eindrücke zu sammeln.
Nach Feierabend freue ich mich auf … einen Spaziergang mit meinem Freund. Ich finde die Stadt hier wunderschön, mit so viel Wasser und vielen schönen Ecken, die einem im Alltag oft gar nicht so bewusst sind. Danach rundet ein gutes Buch oder eine spannende Serie den Feierabend für mich perfekt ab.
Mein Lebensmotto ist, … mich weiterentwickeln, von anderen lernen und die Welt ein Stück bunter machen. Für mich bedeutet das, dass ich neugierig bleibe, Neues ausprobiere und an mir selbst wachse, aber am Ende des Tages hoffe ich immer, positiv zu leben und den Menschen um mich herum etwas Gutes zurückzugeben. Ich glaube fest daran, dass es einen großen Unterschied macht, anderen mit Respekt und Wohlwollen zu begegnen. Wenn man versucht, andere so zu behandeln, wie man selbst behandelt werden möchte, entstehen kleine Momente, die das Zusammenleben schöner machen und genau danach richte ich mich in meinem Alltag.
Das Gespräch mit Jolina Seide haben wir im Februar 2026 geführt.
Ausgefragt ... werden bei uns jetzt auch Partner
Wir haben noch mehr persönliche Einblicke für Sie. Künftig können Sie nicht nur unser Team kennenlernen. Bei "Ausgefragt: Unsere Partner" kommen Mitarbeitende und Ehrenamtliche bei unseren Kooperationspartnern zu Wort.