Mitten in Döbeln entsteht aus einem grauen Klotz ein modernes Wohnhaus für alle Generationen

Das große graue Wohnhaus mitten im Zentrum von Döbeln wartet schon seit längerem auf frische Farbe. Jetzt ist es soweit. Das Gebäude bekommt nicht nur einen völligen neuen Look, sondern wird komplett entkernt, zurückgebaut und energetisch saniert. Fünf Millionen Euro investieren wir in die Sanierung des in den 1980 Jahren errichteten Wohnblocks. Aus 69 leerstehenden Wohnungen werden 40 vielfältige 1- bis 5-Raum-Wohnungen mit Wohnflächen von 35 bis 140 Quadratmetern und variierenden Grundrissen. Bald wohnen hier große und kleine Familien, ältere und junge Menschen zusammen. Geplante Fertigstellung ist im Sommer 2023.

Das Gebäude in der Johannis- Ecke Zwingerstraße wird komplett saniert zum modernem Wohnraum für alle Generationen umgebaut.
© Thomas Müller

Hier wohnen die Menschen bald richtig gern

In dem neu gestalteten Wohngebäude wird es kleine barrierearme Wohnungen geben. Außerdem wird ein Aufzug eingebaut. Dann wird sich das Wohnhaus für alle Generationen eignen. Ein Highlight sind die schönen Dachterrassen für die neuen großen Familienwohnungen. Dafür bauen wir an einer Seite des Wohnblocks zwei bzw. drei Geschosse zurück. Für das Quartier und die Stadt hat die Investition eine besondere Bedeutung. Aus einem grauen Ungetüm mitten in Döbeln wird ein modernes, schönes Wohnhaus. Und die 40 neuen Wohnungen kann die Stadt gut gebrauchen. Denn es wird künftig vielfältiger, zeitgemäßer und bezahlbarer Wohnraum im Zentrum benötigt.

© ABZ Architekturbüro Zache

Fotograf Thomas Müller war auf der Baustelle und hat ein paar Eindrücke eingefangen. Unseren technischen Projektleiter Michael Köckritz haben wir gebeten, uns den Baufortschritt zu erläutern.

Was bisher geschah ...

Im März haben wir mit Generalunternehmer B&O die Sanierung gestartet. Zuerst einmal haben wir in den letzten Wochen richtig „aufgeräumt“. Auf der Baustelle wurden die alte Heizungs- und Sanitäranlage, Lüftungsleitungen und Elektroinstallationen zurückgebaut. Alle Bodenbeläge wurden rausgerissen und nichttragende Wände abgerissen. Jetzt gibt es nur noch einen hohlen Baukörper mit statisch relevanten Wänden.

© TAG Wohnen

Die Arbeiten laufen: Wände zugemauert, durchbrochen oder rausgerissen.

Dort, wo bald ein neuer Aufzug fahren wird, haben wir einige Fensteröffnungen zugemauert und für den Schacht die Decken durchbrochen. Das war laut und staubig, denn hier kam ein Presslufthammer zum Einsatz. Das Mauerwerk zwischen den Stahlträgern ist jetzt entfernt und die Träger weggeflext. Das entstandene Loch auf jeder Etage ist mittlerweile gut gesichert und der TÜV war auch schon da.

Auf der Rückseite des Gebäudeteils in der Johannisstraße fährt schon bald ein Aufzug. An der dafür vorgesehenen Stelle, wurden die vorhandenen Fensteröffnungen zugemauert.
© Thomas Müller

Was beim Rückbau zutage kam ...

Teilweise fünf Schichten Tapete, an die Wände geleimte Zeitungsartikel von 1988 und Dinge, die in den Plänen gar nicht eingezeichnet waren. Wände etwa, die man früher des Öfteren nachträglich zur Wärmeisolierung eingezogen hat. Das Besondere am Haus wurde während der Arbeiten ebenfalls sichtbar: Es handelt sich um einen Lehrlingsbau. Das Wohnhaus wurde von Azubis gebaut. Aus allen möglichen Mauersteinen, von Kalksandstein über Porenbeton bis zu Ziegelsteinen. Eine tolle Praxisaufgabe damals.

Früher hat man Wände vor der eigentlichen Tapete erst mal mit Zeitungen tapeziert, um kleine Unebenheiten auszugleichen. Beim Rückbau kamen teilweise sogar fünf Schichten Tapete mit Artikeln von 1988 bis 2003 zutage.
© Thomas Müller
Eine Herausforderung sind die Treppen zu den künftigen Dachterrassen. Denn die Deckenhöhe variiert von Etage zu Etage. Aber das bekommen wir hin.
Michael Köckritz , Technischer Projektleiter, Zentrale Technik, TAG Wohnen

Eine solide Sache ...

Als nächstes werden die statisch relevanten Bereiche abgestützt und dann startet der statische Rückbau. Denn schließlich wollen wir aus engen, nicht mehr zeitgemäßen Wohnungen schöne neue Zuhause machen. Es werden einige tragende Wände entfernt, so dass schöne große Wohnungen entstehen. Wir errichten neue Wände. Die tragenden Wände als Stahlkonstruktion plus Mauerwerk aus Kalksandstein und Hochlochziegel. Die leichten Wände werden mit Trockenbau gestellt. Bald schon wird man die tollen, zeitgemäßen Grundrisse der neuen Wohnungen erkennen.

Im Zuge der Sanierung werden auch neue Wände errichtet. Die Hochlochziegel stehen schon bereit und werden in den kommenden Wochen für tragendes Mauerwerk eingesetzt.
© Thomas Müller
Die entstehende Terrassenform und die Lage des Wohnhauses gaben Ausschlag für den Namen des Projekts: „Wohnterrassen an der Pferdebahn“.
TAG Wohnen

Eine spannende Angelegenheit ist die Abstockung in der Zwingerstraße. Damit das Wohnhaus seine namensgebende Terrassenform erhält, werden in diesem Gebäudeteil zwei bzw. drei Stockwerke abgetragen – teils händisch und teils mit einem Minibagger mit Hydraulikhammer. Den hebt ein Kran hinauf, zusammen mit einer eigens für das Bauvorhaben angefertigten trägerrostartigen Baggerplattform in Stahlbauweise. Das Plateau gibt es in zwei Ausführungen und wird ausschließlich auf die deckentragenden Querwände des Gebäudes gespannt. Der Minibagger kann darauf hin und her fahren und bricht von oben nach unten Decken und Wände ab. Die Plattform wird vom Kran versetzt, sobald ein Bereich freigelegt wurde. In einem Container befördert der Kran den Bauschutt nach unten.

So geht's im Sommer weiter ...

Es folgen Dachabdichtung, Außenfassadendämmung, Innenausbau, Elektrik und Steigleitungen. Im Juli werden alle Gewerke auf der Baustelle sein und es wird reges Treiben herrschen. Innen und außen geht es parallel voran. Jede Wohnung bekommt einen Balkon oder eine Terrasse, die kleinen Wohnungen werden barrierearm und die Familienwohnungen bekommen zwei Bäder. Dazu bald mehr …

Galerie: Wir sanieren, modernisieren und gestalten neu.

Schon bald können Sie sich über modernen Wohnraum in Döbelns Stadtmitte freuen. Wir halten Sie hier hier auf dem Laufenden.

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