Wohnquartier Biethe in Dessau-Roßlau als Entwicklungsstandort mit Potenzial

Dessau-Roßlau, 26. Februar 2026: Rund 50 Fachvertreterinnen und Fachvertreter aus Landespolitik, Kommune, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben am Mittwoch im Wohnquartier Biethe in Dessau-Roßlau über die Zukunft von Werkssiedlungen der 1950er Jahre diskutiert. Eingeladen hatten die TAG Wohnen gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V. und der Volkssolidarität 92 Dessau/Roßlau e. V.

Im Mittelpunkt der Fachtagung unter dem Titel „Lebenswerte Werkssiedlungen der 1950er Jahre und deren Perspektive im Heute“ standen die Fragen, wie historisch gewachsene Wohngebiete sozial stabil, energetisch zeitgemäß und zugleich bezahlbar weiterentwickelt werden können – und welche Rolle Nachbarschaft, Mobilität und soziale Infrastruktur für lebenswerte Quartiere spielen.

Zum Auftakt skizzierte Dr. Lydia Hüskens, Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, die wohnungs- und strukturpolitischen Rahmenbedingungen im Land und betonte die Bedeutung von Quartieren wie Biethe für die zukünftige Entwicklung des Landes. Dr. Lydia Hüskens sagte: „Lassen Sie uns zeigen, dass man in Sachsen-Anhalt preiswert und gut leben kann, in einem fantastischen Umfeld.“

Dessau-Roßlaus Oberbürgermeister Dr. Robert Reck hob im Anschluss die Standortvorteile der Stadt hervor und machte deutlich, dass Quartiere wie Biethe künftig noch stärker in den Fokus rücken werden. „Dessau-Roßlau hat einen enormen Standortvorteil, weil man von hier ganz schnell in die Welt kommt. Wir haben eine stark ausgeprägte Vereinslandschaft und starke Partner vor Ort. Unsere zukünftige Aufgabe besteht darin: Wie qualifizieren wir Biethe und vergleichbare Quartiere, dass sie nachgefragt werden?“, so Dr. Robert Reck.

Aus Sicht der Wohnungswirtschaft erläuterte anschließend Claudia Hoyer, Vorstand der TAG Immobilien AG, die langfristige Perspektive des Unternehmens in Dessau-Roßlau und in Sachsen-Anhalt. Sie machte deutlich, dass die TAG Wohnen bewusst auf nachhaltiges Engagement im Quartier setzt: „Unser Interesse als langfristiger Bestandshalter sind lebenswerte Wohnquartiere. Aus diesem Grund scheuen wir nicht das Engagement hier in Biethe. Wir suchen den Dialog mit kompetenten Partnern“, erklärte Claudia Hoyer.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die TAG Wohnen erhebliche Mittel in die Modernisierung des Quartiers investiert – unter anderem in der Mittelfeldstraße sowie aktuell in der Clara-Zetkin-Straße 17–21. Ziel ist es, attraktiven und bezahlbaren Wohnraum für unterschiedliche Lebensphasen zu schaffen und gleichzeitig die städtebauliche Qualität der unter Ensembleschutz stehenden 1950er-Jahre-Siedlung zu bewahren.

Quartiersrundgänge machen die Entwicklung in Biethe erlebbar

Bei strahlendem Sonnenschein nutzten die Teilnehmenden vier geführte Quartiersrundgänge, um die Werkssiedlung Biethe ganz unmittelbar zu erleben. Im Fokus standen dabei die besondere bauliche Quartiersstruktur der 1950er-Jahre mit ihrer Durchgrünung und der Einbettung in den Landschaftsraum an der Elbe. Vor Ort wurde diskutiert, wie Denkmalschutz, Nachverdichtung und heutige Anforderungen an Wohnen und Mobilität sinnvoll miteinander verbunden werden können. Eine bereits umfassend modernisierte Wohnung zeigte konkret, wie sich historische Bausubstanz energetisch ertüchtigen, barrierearm gestalten und zugleich bezahlbar halten lässt. Am sogenannten „Rundling“ lernten die Gäste den Wunsch der Volkssolidarität 92 Dessau/Roßlau e. V. kennen, dort eine lebendige Begegnungsstätte für alle Generationen im Quartier zu etablieren. Deutlich wurde, wie wichtig niedrigschwellige Treffpunkte und soziale Infrastruktur für Nachbarschaft, Miteinander und Lebensqualität sind. Ein weiterer Infopunkt war der Blick auf die zentrale Gebäudetechnik und auf die Fassade des ersten Sanierungsabschnitts, wo energetische Standards, Balkonanbauten und technische Lösungen anschaulich erläutert wurden. So verbanden die Rundgänge fachlichen Austausch mit einem sehr konkreten Eindruck davon, wie sich Biethe Schritt für Schritt zu einem lebenswerten Quartier entwickeln kann.

Quartiersentwicklung als Gemeinschaftsaufgabe

In den Fachbeiträgen von Stadtplanung, Quartiersarbeit, Förderinstitutionen und Wissenschaft wurde Biethe als Beispiel dafür diskutiert, wie eine integrative Quartiersentwicklung gelingen kann – durch das Zusammenwirken von Wohnungsunternehmen, Kommune, sozialen Trägern, Ehrenamt und Land.

Timo Triepel, Geschäftsführer der Volkssolidarität 92 Dessau/Roßlau e. V., stellte die Perspektiven der sozialen Quartiersarbeit und der Nachbarschaftshilfe in Biethe vor und unterstrich die Bedeutung verlässlicher Partnerschaften mit der Wohnungswirtschaft. Er betonte: „Wir sind mit dem Blick auf die Quartiersentwicklung in Biethe bei Nachbarschaftshilfe und Quartiersarbeit unterwegs und freuen uns, mit der TAG Wohnen hier einen Partner zu haben, dem das nachbarschaftliche Miteinander eine Herzensangelegenheit ist. Dazu zählen funktionierende Quartiersstrukturen – wir sehen in der Kooperation mit erfahrenen Partnern den Schlüssel zum Gelingen.“

Einen besonderen Schwerpunkt setzte dabei der Beitrag von Prof. Dr. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). Er machte deutlich, dass ergänzende Mobilitätsbausteine – von Sharing-Angeboten über neue Dienste im öffentlichen Verkehr bis hin zu quartiersbezogenen Mobilitätspunkten – künftig noch wichtiger werden, um Wohnquartiere wie Biethe wirklich lebenswert zu gestalten. Gerade in Bestandsquartieren böten solche Lösungen die Chance, den Autoverkehr zu reduzieren, Wege komfortabler zu organisieren und den öffentlichen Raum für die Menschen im Quartier zurückzugewinnen.

Fazit: Entwicklungsfähiger Standort mit Potenzial

Zum Abschluss der Veranstaltung zog Ralf Protz, Leiter des Kompetenzzentrums Großsiedlungen e. V., ein positives Fazit. Er bezeichnete die Werkssiedlung Biethe als „entwicklungsfähigen Standort mit Potenzial im Heute“, verwies auf die guten städtebaulichen Voraussetzungen, lobte das Engagement aller Akteure vor Ort sowie das bereits vorhandene aktive Vereinsleben im Quartier. Zugleich stellte er mit einem Augenzwinkern in Aussicht, das Quartier Biethe als mögliches Referenzobjekt in die Bundesgartenschau 2035 in Dessau-Roßlau einzubinden – ein Ausblick, der viele der Teilnehmenden motivierte, den eingeschlagenen Weg der Kooperation und gemeinsamen Verantwortungsübernahme weiterzugehen.

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Kontakt

TAG Immobilien AG
Kurfürstenstraße 87, 10787 Berlin

Grit Zobel | E-Mail

Bild 1: Claudia Hoyer, Vorstand der TAG Immobilien AG, spricht auf der Fachtagung zur Entwicklung von Quartieren der TAG Wohnen. © Thomas Müller

Bild 2: Ministerin für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Lydia Hüskens berichtet von wohnungs- und strukturpolitischen Rahmenbedingungen im Land. © Thomas Müller

Bild 3: Rund 50 Fachvertreterinnen und Fachvertreter aus Landespolitik, Kommune, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft haben im Wohnquartier Biethe in Dessau-Roßlau über die Zukunft von Werkssiedlungen diskutiert. © Thomas Müller

Bild 4: Moderator Ralf Protz, Leiter Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V. stimmt Gäste auf Fachtagung im Quartier Biethe ein. © Thomas Müller

Bild 5: Dr. Robert Reck vertrat als Oberbürgermeister Dessau-Roßlau seine Stadt und stelle die Standortvorteile heraus und sieht Potenzial im Wohnquartier Biethe. © Thomas Müller

Fachtagung in Biethe: Momente und Eindrücke

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