Bienchen summ herum

Zwei Jungbienenvölker ziehen ab Juni auf unsere neue Blühwiese an der Weidenstraße im Geraer Stadtteil Lusan. Eingezäunt und mit genügend Abstand zum benachbarten Sportplatz, damit Mensch und Bienen ihre Ruhe haben. Dass Imker Jens Grashof seine Bienenstöcke bei uns aufstellt, finden wir super. Denn wenn die Bienchen gut durch den nächsten Winter kommen und recht fleißig sind, wird es im kommenden Frühjahr „TAG Wohnen-Honig“ geben.

© Wolfgang Hasselmann/unsplash.com

Für Stadtteil und Ökosystem eine gute Sache

Wir freuen uns auf die Gelegenheit, den jungen Imker mit einer geeigneten Fläche und finanziell unterstützen zu können und wollen eine langjährige Partnerschaft aufbauen. Jetzt ist Jens Grashof aber erst einmal gespannt, welche Erträge seine Bienenvölker in diesem Sommer erwirtschaften werden.

Für Geras größten Stadtteil ist das Bienenprojekt eine gute Sache. Denn der Insektenbestand ist laut Grashof überall stark zurückgegangen. Dazu kommt, dass es kaum noch wildlebende Bienenvölker durch die intensive Landwirtschaft und die Belastung der Bienen durch die Varroamilbe gibt. Für den jungen Mann ist es ein gutes Gefühl, etwas für die Natur in der Region zu tun und gleichzeitig einen naturbelassenen Honig anzubieten.

 

Jens Grashof mit Udo Müller von der TAG Wohnen, der sich für unsere Blühwiesen engagiert.
© Uwe Kästner

Wie ich auf die Bienen gekommen bin?

Wir leben mit der Familie in Sirbis auf einem Vierseitenhof. Nach zwölf Jahren Großstadt sind wir wieder mitten in die Natur gezogen. Mit warmen Sonnenstrahlen, Vogelzwitschern, duftenden Blüten und fleißigen Bienen. Mit der Landimkerei Silbergrund haben wir uns 2020 einen Herzenswunsch erfüllt und unsere drei Kinder sind begeistert dabei.

Ich habe einen Imkerlehrgang absolviert und wir haben uns dem Imkerverein Gera sowie dem Deutschen Imkerbund angeschlossen. Das kann ich Jungimkern nur empfehlen. Viele Händler bieten momentan sogenannte Bienenboxen an und behaupten, dass jeder auf dem Balkon imkern könne. Das ist keine gute Idee! Zum einen braucht man richtige „Magazinbeuten“, also künstliche Nisthöhlen. Sie erleichtern die Schwarmkontrollen, Honigernten und Behandlungen der Varroamilbe. Zum anderen ist für das Wohl der Bienen viel Wissen nötig.

© Uwe Kästner

An Bienen und am Imkern fasziniert mich …

Einem Imker bei der Arbeit über die Schulter zu schauen ist unwahrscheinlich faszinierend. Das scheinbar unbändige Chaos, das auf geheimnisvolle Weise funktioniert. Ein Volk ist ein hoch sozialer Staat aus etwa 60.000 Individuen. Jede Biene hat ihre eigene Aufgabe und alle spielen wie im Orchester zusammen.

Baubienen heizen und errichten das Wabenwerk, Ammenbienen versorgen den Nachwuchs, Flugbienen sammeln den Nektar und geben ihn an ihre Stockgenossinnen weiter, die den Nektar trocknen und weiter verarbeiten. Durch die mehrmalige Weitergabe von Biene zu Biene entsteht aus Nektar ein Naturprodukt mit einem einzigartigen Wirkungskomplex. Honig enthält 200 Stoffe, wichtige Aminosäuren, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

In Lusan ziehen zwei Jungbienenvölker auf die Blühwiese der TAG Wohnen.
© Jens Grashof
Mich fasziniert das scheinbar unbändige Chaos, das auf geheimnisvolle Weise funktioniert.
Jens Grashof , Imker

Was ist aktuell eine große Herausforderung?

In den letzten 30 Jahren ist die Biomasse von fliegenden Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Das ist ein großes Problem, da Insekten eine zentrale Rolle in unserem Ökosystem spielen. Mehr als 85 Prozent aller Pflanzen sind abhängig von der Bestäubung durch Insekten, darunter sind Karotten, Äpfel, Avocados, Zucchini und Brokkoli, Grundlage der weltweiten Ernährung.

Gründe für das Insektensterben sind die Überdüngung der Wiesen und die monokulturelle, intensive Landwirtschaft mit Pestizideinsatz. Ebenso der Klimawandel, der Pflanzen früher blühen lässt und den Rhythmus der Insekten durcheinanderbringt.

© Fernando Alvarez/unsplash.com

Mein Favorit zum Frühstück ist …

Frühtrachthonig, der wird von uns cremig gerührt und harmoniert einfach toll mit einem frischen Butterbrot.

Welche ist die beliebteste Sorte bei Ihren Kunden?

Der Sommerblütenhonig vom letzten Jahr kam sehr gut an. Er hatte eine sehr leckere würzig-fruchtige Note.

Bald gibt es den ersten TAG Wohnen-Honig …

Da die TAG-Bienen dieses Jahr aus unseren Jungvölkern gebildet werden, können sie im nächsten Frühjahr die erste Honigernte einfahren. Dieses Jahr bieten wir schon einmal gern unseren Honig aus Sirbis zur Verkostung an.

In Lusan ziehen drei Bienenvölker auf die neue Blühwiese der TAG Wohnen und bald gibt`s Honig.
© Sophie Nengel/unsplash.com
Honig ist ein vielseitig anwendbares Mittel.
Jens Grashof , Imker

Honig ist nicht nur zum Essen gut ...

Magen-Darm-Beschwerden: Hier helfen warme Milch oder Tee (Pfefferminze, Kamille oder Fenchel) mit Honig. Drei Teelöffel Apfel­essig und einen Teelöffel ­Honig in ein Glas geben und mit lauwarmem Wasser auf­füllen, das hilft bei Völlegefühl. Honig hilft außerdem bei zu viel Magensäure und verbessert die Verdauung.

Erkältungsbeschwerden: Honig unterstützt das Immunsystem. Einfach einen Löffel Honig einnehmen. Das beschleunigt den Heilungsprozess und hilft bei Halsschmerzen, Husten und verstopfter Nase.

Haarpflege: Als Feuchthaltemittel verhindert Honig, dass die Haare austrocknen. Der hohe Zucker­gehalt bindet die Feuchtig­keit in der Haarstruktur und sorgt für starke Wurzeln – das kann auch Haarausfall entgegenwirken.

© Taisiia Shestopal/unsplash.com

Was ist Ihre Lieblingssorte? Machen Sie sich ein schönes, vernaschtes Frühstück!
Ihr TAG Wohnen-Team

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